Projekt Athene - damit nachts das Käuzchen ruft

AKTUELL: Exkursion zum tschechischen Steinkauz

Auf den Spuren des Steinkauzes es uns am Samstag, den 28.04.18 nach Tschechien verschlagen. Genauer gesagt besuchten wir unsere tschechischen Kollegen in Radešín bei Ústí nad Labem. Mit dabei 15 Steinkauzfreunde aus Sachsen mit jeder Menge Wissensdurst.

Nach einer kurzen Einführung zur Populationsentwicklung und Arbeitsweise des Projekts in Tschechien besuchten wir mehrere Steinkauzhabite. Und die Teilnehmer*innen wurden nicht enttäuscht. Im ersten Habitat zeigte sich ein Steinkauz nach kurzem Abspielen einer Klangatrappe, im Zweiten erwartete er uns bereits auf einem Schornstein. "Paradiesische Verhältnisse" für die sächsischen Steinkauzexpert*innen, denn im Projektgebiet ist der Steinkauz seit Jahrzehnten als Brutvogel nicht mehr nachweisbar. Aber auch das tschechische Athene-Team hat Sorgen: Trotz aller Maßnahmen ist die Population der kleinen Eule konstant rückläufig.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für das Interesse, bei unseren tschechischen Kollegen für die Leitung und beim Dolmetscher für seine hervorragende Übersetzungsarbeit.

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Gesucht. Gefunden!

 

Kleine Eule - große Vergangenheit

Das Image des Steinkauzes ist seit der Antike gespalten: Einerseits Sinnbild der Göttin Athene und Symbol der Weisheit, andererseits Totenvogel, da er vor allem auf Friedhöfen heimisch war. Heute muss der Mensch vor dem Steinkauz keine Angst mehr haben – ganz im Gegenteil.

Der Steinkauz - eine bedrohte Art

Wir müssen uns vielmehr die Weisheit des Steinkauzes zu eigen machen, um eines der seltenen Exemplare überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Denn der Steinkauz ist heute vom Aussterben bedroht. Das gilt auch für Sachsen und Tschechien. Beobachtugnen und Schätzungen zufolge existieren hier nur noch 11 Brutpaare. In Tschechien sind es immerhin noch etwa 100. Dabei war der Steinkauz lange Zeit weit verbreitet. Auf Münzen in der Antike abgebildet und in Steinbrüchen, Weinbergen und häufig auf Streuobstwiesen zu Hause, die noch heute zu seinen bevorzugten Rückzugsgebieten gehören.  

Lebensraum

Die größte Bedrohung für den Steinkauz liegt sicher in der Zerstörung seiner Lebensräume. Dabei haben diese, genauso wie die kleine Eule mit den großen Augen selbst, einiges zu bieten. Eine Wiese mit Obstbäumen, Schafen und Panoramablick auf die sächsische oder böhmische Schweiz - das weckt beim einen oder anderen sicher Erinnerungen an den letzten Wanderurlaub oder gar ein Heimatgefühl. Warum also diese Landschaften nicht schützen und somit dem Steinkauz, Wanderern und Einheimischen wunderbare Orte zum Leben, Entspannen und Träumen erhalten?

Athene - das Projekt

Genau das ist das Ziel des Projekts „Athene“. Wir möchten den Steinkauz zu einer Rückkehr nach Sachsen bewegen und die Bestände im tschechischen Teil des Projektgebiets stärken. Erreichen wolle wir das durch:

  1. Monitoring – Wo ist der Seinkauz überhaupt noch anzutreffen?
  2. Suche nach geeigneten Lebensräumen – Wo könnte er bald wieder anzutreffen sein?
  3. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit – Der Steinkauz interessiert sich nicht für Landesgrenzen. Deswegen arbeiten wir auf beiden Seiten der tschechisch-deutschen Grenze.
  4. Öffentlichkeitsarbeit – Was tun wir, was können Sie und was können wir gemeinsam tun um den Steinkauz zu schützen?

Athene - jetzt aktiv werden!

Natürlich bleiben wir nicht nur bei der Theorie. Wir werden mit dem Aufhängen von Nistkästen die Biotope aktiv gestalten. Wir werden aufzeigen, wie Sie, ganz einfach, für den Steinkauz tödliche Fallen auf Ihrem Grundstück beseitigen können.

Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, den Steinkauz wieder zu dem weit verbreiteten Vogel zu machen, der er einst war.

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Der Steinkauz - ein der vielen heute vom Aussterben bedrohten Arten

Steinkauz - ein kleiner Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: athene noctua

Größe und Gewicht: max. 23cm und 250g

Aussehen: klein und rundlich, Oberseite dunkelbraun und weiß getupft, Unterseite weißlich mit brauen Längsstreifen, zitronengelbe Iris (Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden)

Nahrung: variiert je nach Jahreszeit und Beuteangebot, hauptsächlich Feldmäuse, aber auch Insekten und Regenwürmer

Nachwuchs: brütet in verschiedensten Höhlen, ab Mitte April meist 3-5 Eier, Jungkäuze bleiben etwa 30-35 Tage im Nest, nach etwa 2-3 Monaten verlassen die Jungvögel ihre Eltern

Lebensraum und Verbreitung: Nordafrika und Eurasien, in Mitteleuropa bewohnt der Steinkauz bevorzugt Streuobstwiesen und seltener Steinbrüche und Parkanlagen

Wie sagt man eigentlich Steinkauz auf tschechisch?: sýček obecný

Mit freundlicher Unterstützung durch
Ansprechpartner

Umweltzentrum Dresden e.V.
Schützengasse 16-18
01067 Dresden

Uwe Bartling - Projektbearbeitung
Tel.: +49 351 4943 570
E-Mail: uwe.bartling@uzdresden.de

David Maurer - Projektorganisation
Tel.: +49 351 4943 571
E-Mail: david.maurer@uzdresden.de

Projektpartner