Flächennaturdenkmal "Ziegeleigrube Prohlis"

Die alte Kunath'sche Lehmgrube in Dresden-Prohlis hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen entwickelt.

Ab dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände Lehm abgebaut und vor Ort in der Ziegelei verarbeitet. Nachdem die Lehmvorräte 1924 erschöpft waren, wurde bis wahrscheinlich 1946 Kies gewonnen. Während des Kiesabbaus soll es zu einem massiven Grundwassereintritt gekommen sein.

Bereits ab 1925 gestalteten die Grundstückseigentümer Ernst und Hugo Kunath einen Dachgarten auf dem alten Brennofen und einen Terrassengarten. Außerdem legten sie auf geeigneten Flächen Obstbaumpflanzungen an und pflanzten einige Gehölze entlang der Grubenhänge. Große Teile des Grundstücks blieben der natürlichen Sukzession überlassen. Später wurde das Gelände auch als "Naturpark Prohlis" bekannt, obwohl es nie öffentlich zugänglich war. Ende der 50er Jahre sollte die Grube verkauft und als Deponie genutzt werden. Auf Grund der damals bereits bemerkenswerten Naturausstattung wurde von verschiedenen Seiten empfohlen, auf die Verfüllung zu verzichten. Daher nahm die Stadt ihr Vorkaufsrecht wahr und wurde Eigentümerin des Grundstücks. Nach dem Verkauf nutzten Angler den Grubensee zur Fischaufzucht. Mitte der 80er Jahre wurde das Angeln untersagt und der Nutzungsdruck nahm deutlich ab. Die Fläche konnte sich seitdem weitgehend ungestört weiterentwickeln und wird von ehrenamtlichen Naturschützern betreut. Die zunehmende Bebauung und Versiegelung im Umfeld führten jedoch dazu, dass Verbindungen zu anderen Naturräumen zerschnitten wurden.

Vor allem auf Grund der Vegetationsausbildung und der großen Zahl vorkommender Vogelarten wurde das Gelände erstmals 1973 unter Schutz gestellt. Das ausgewiesene Flächennaturdenkmal steht unter besonderem Schutz und darf nur mit Genehmigung des Umweltamtes betreten werden. Auf diese Weise sollen unter anderem die 40 Brutvogelarten und die weiteren 40 vorkommenden Vogelarten vor Störungen bewahrt werden.

Seit 2003 ist das Umweltzentrum Dresden vom Umweltamt der Landeshauptstadt beauftragt, das Flächennaturdenkmal zu pflegen. Außerhalb des Schutzgebietes, auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei, betreibt das Umweltzentrum seit Sommer 2006 die Außenstelle Prohlis.

 

Ansprechpartner

Tom Umbreit
Geschäftsführer
Umweltzentrum Dresden
Schützengasse 16 – 18
01067 Dresden

Tel.: 0351/4 94 35 00
Fax: 0351/4 94 34 00
E-Mail: uzd(at)uzdresden.de

Publikationen

Broschüre "Von der Ziegelei zum Flächennaturdenkmal"

44 Seiten

Sustainable Development Goals
Nr. 15 Schutz der Landökosysteme

Ziele nachhaltiger Entwicklung

Die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN). Sie dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene und gelten seit dem 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) für alle Staaten der Welt.

Nr. 15 Schutz der Landökosysteme - Life on land

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen