Projektort ehemaliger Friedhof

13. Februar 2017, 10:00 Uhr Bremer Straße 18: Gedenken und Gedankenaustausch

Wir gedenken an den Kriegsgräberstätten nicht nur der Toten beider Weltkriege, sondern informieren auch über aktuelle Vorhaben, die auf dem entwidmeten Friedhof stattfinden: Sie können einen Blick in das frisch renovierte Torhaus werfen, das im Rahmen des deutsch-tschechischen Schülerprojekts "Mundani - Für Weltbürger von morgen" ab April seine Pforten öffnet sowie einen Ausstellungsrundgang zum Thema "Geschichten der Flüchtlinge" machen, ebenfalls eines unserer dt.-tschech. Kooperationsprojekte mit dem Prager Verein WeCan. Die beigeordnete Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch ist ebenfalls anwesend.

Der ehemalige Äußere Matthäusfriedhof ist seit 2013 für 30 Jahre per Erbbaupacht in der Obhut des Umweltzentrums Dresden e. V.. Seither entwickeln wir den Ort mit Blick auf die Themen Frieden - Gerechtigkeit - Umwelt.
Herzlich Willkommen!

Friedensarbeit, Naturschutz und Umweltbildung auf dem alten Friedhof

Im Juni 2013 hat das Umweltzentrum Dresden die Trägerschaft für den Ehemaligen Äußeren Matthäusfriedhof in der Dresdner Friedrichstadt im Rahmen eines Erbbaurechtes für 30 Jahre übernommen. Der Friedhof ist aufgelassen und entwidmet. Die letzten Beerdigungen haben dort vor über 20 Jahren stattgefunden. Betritt man das Gelände, könnte der Kontrast größer nicht sein: Eben noch umgeben von Lärm und dichtem Verkehr auf der Bremer Straße, umhüllt die Besucher nun die grüne Fülle von blühenden Wiesenflächen und stämmigen Friedhofsbäumen. Eine intensive Atmosphäre, die alle Straßengeräusche zum fernen Rauschen werden lässt. Neben dem üppigen Grün fallen die entlang der Bremer Straße befindlichen Wandgräber sofort ins Auge. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind in relativ gutem Zustand erhalten, wohingegen die meisten der privaten Grabstellen verfallen und bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr gepflegt werden. Auf dem Friedhof befinden sich zudem deutsche und russische Kriegsgräber aus beiden Weltkriegen. Eine kleine ehemalige Friedhofsgärtnerei – nun die neue Projektgärtnerei des Umweltzentrums für alle Artenschutzprojekte –, eine Kapelle (die ehemalige Aufbahrungshalle) und ein Wohn- und Verwaltungsgebäude komplettieren das historische Ensemble.

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Die ehemalige Parentationshalle dient heute als Veranstaltungssaal

Was aber hat nun das Umweltzentrum Dresden mit diesem Ort vor?

Der Friedhof wird ein Ort der Ruhe und Erholung bleiben.

Mit knapp 30.000 m² ist das parkähnliche Gelände mit einem alten Baumbestand, intakten Wegestrukturen und mehreren offenen Wiesenflächen eine grüne Oase inmitten eines intensiv genutzten Gewerbegebietes. Durch die unmittelbare Nähe zur historischen Friedrichstadt mit einer stark wachsenden Wohnbevölkerung könnte der Friedhof langfristig eine Naherholungsfunktion übernehmen.

Der Friedhof wird ein Ort für Naturschutz und Umweltbildung werden.

Der größte Teil der Fläche besteht aus aufgelassenen Gräbern. Gerade diese „verwilderten“ Flächen geben dem Gelände einen besonderen Reiz und bieten gleichzeitig Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum. Die ehemalige Friedhofsgärtnerei wird zudem schon seit mehreren Jahren für die Artenschutzprojekte des Umweltzentrums genutzt. In enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) soll der Friedhof eine weitere naturschutzfachliche Aufwertung erfahren. Ein ebenfalls entstehender Naturlehrpfad dient dabei sowohl der Besucherinformation als auch den Bildungsprojekten des Umweltzentrums.

Der Friedhof wird ein Ort für Frieden und Völkerverständigung werden.

Das größtenteils naturbelassene Friedhofsgelände mit deutschen und russischen Kriegsgräbern aus zwei Weltkriegen bietet in Kombination mit den Räumen der denkmalgeschützten Kapelle ungewöhnliche, nicht alltägliche Voraussetzungen für die Entwicklung und Umsetzung von Projekten zum Thema Frieden und Völkerverständigung.

Der Friedhof wird ein Ort für Denkmalschutz und die Pflege kulturellen Erbes bleiben.

Das ehemalige Wohn- und Verwaltungsgebäude, die im neugotischen Stil erbaute Kapelle und Teile der Wandgräber stehen unter Denkmalschutz. Um allerdings die Gebäude langfristig nicht nur zu sichern, sondern sie auch für Kolloquien, Seminare und Gesprächsrunden öffnen zu können, müssten in den kommenden Jahren alle dafür notwendigen Sanierungsarbeiten geplant und umgesetzt werden.

Auf diesem „unserem“ Friedhof hat alles ein fassbares Maß, das die menschliche Vorstellungskraft nicht übersteigt. Diese Ausstrahlung von Eindeutigkeit, Übersichtlichkeit und Bescheidenheit bietet die Chance, die Themen Naturschutz, Friedensarbeit, Denkmalschutz und Erholung auf eine ungewöhnliche Weise miteinander zu verknüpfen. Wir sind überzeugt, dass es uns gelingen kann, hier einen Ort zu schaffen und dauerhaft zu betreiben, der den Verstand und das Gefühl der Menschen erreicht.

Kontakt

Außenstelle Ehemaliger Äußerer Matthäusfriedhof
Bremer Straße 18

Stefan Mertenskötter

Telefon: 0351/4 94 35 01
Email: stefan.mertenskoetter@uzdresden.de

Öffnungszeiten

Montag Freitag
10.00 14.00 Uhr

Broschüre zum Mattäusfriedhof