„Stadtlinde“ – Arbeitskreis Umweltlernen

Das Jahresprogramm der "Stadtlinde - Umweltlernen"

Die Stadtlinde richtet sich nun schon seit über 20 Jahren als Bildungsangebot des Umweltzentrums an Kinder und Jugendliche aller Altersstufen und bietet übers ganze Jahr zahlreiche unterrichtsbegleitende Umweltbildungs-Veranstaltungen für Schulklassen, sowie ein Ferienprogramm an. Pro Jahr bieten wir rund 150 umweltpädagogische Veranstaltungen an.

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Bei uns sollen die Kinder mit allen Sinnen ihre Umgebung erfahren.

Erleben - Verstehen - Handeln

Wir laden Kinder und Jugendliche dazu ein, ihre Umwelt mit Spaß und allen Sinnen zu entdecken. Durch aktives persönliches Erleben, Beobachten, Fühlen und Gestalten ermöglichen wir Erfahrungen, die an den Alltag anknüpfen und die im Frontal-Unterricht nicht zu machen sind.

Grundlage unserer Arbeit ist die Herz-Kopf-Hand-Pädagogik: Wir wollen Interesse wecken, Wissen vermitteln und zu eigenem Nachdenken und Handeln anregen.

Je nach Thema und Alter der Teilnehmer/innen arbeiten wir mit verschiedenen Methoden: Exkursionen und Geländearbeit, Sinnes- und Wahrnehmungsspiele, Experimente, Gespräche und Geschichten, Recherchen und Interviews, kreatives Gestalten und praktische Tätigkeiten. Gern gehen wir bei der Gestaltung der einzelnen Veranstaltungen auf die Wünsche der Lehrer/innen und Erzieher/innen ein.

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Wann bin ich so alt wie dieser Baum wurde?

 

Bildung für die Gestaltung der Zukunft

Mit unserer Umweltbildungsarbeit leisten wir einen Beitrag zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)“. Ziel dieser Initiative ist es, Menschen Kompetenzen zu vermitteln, heute so zu leben, dass künftige Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden. Die engen Beziehungen zwischen Lebensstil, Umweltqualität und gerechter Verteilung der Ressourcen stehen dabei im Mittelpunkt.

Umweltpädagogische Arbeit ist für uns die adäquate Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit, denn die Kinder von heute gestalten die Zukunft von morgen.

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Einer unserer Veranstaltungsorte: der ehem. Äußere Matthäusfriedhof in der Friedrichsstadt, Außenstelle seit 2013.

Für jede Veranstaltung den richtigen Ort

Unsere Angebote finden sowohl im Umweltzentrum auf der „Schützengasse“ als auch in der „Alten Ziegelei“, dem ehemaligen Äußeren Matthäusfriedhof in der Friedrichstadt oder der Wildvogelstation in Kaditz statt. Der alte Matthäusfriedhof bietet die Möglichkeit zur unmittelbaren Erfahrung von Umwelt und Natur, aber als stillgelegter Friedhof auch den Raum für ernste Themen.

Unsere Themen für die Grundstufe
 

Vom Korn zum Brot (August - Sept. 2016)
Die Kinder stellen selber Vollkornbrötchen her und lernen dabei die einzelnen Schritte vom Korn bis zum fertig gebackenen Brötchen durch eigenes Tun, aber auch durch Spiele und Geschichten näher kennen.

Termine: August/September 2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 3. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 3,00 € pro Kind
Alle meine Sinne: Herbst (Okt. 2016)
Herbst
Herbstzeit – Erntezeit! Mit Nase, Augen, Ohren, Mund und Händen wollen wir diese Jahreszeit entdecken. Aus den Schätzen von Bäumen und Sträuchern entstehen zum Abschluss phantasievolle Dinge zum Mitnehmen.

Termine: Oktober 2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 2. – 4. Klasse
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Lebensraum Baum (Okt./Nov. 2016)
Mit all unseren Sinnen wollen wir den Baum erkunden und seine Bedeutung für uns und unsere Umwelt erkennen. Funktion und Aufgabe des Baumes werden den Kindern auf spielerische Weise näher gebracht. Im Anschluss können die Kinder zum Thema Baum kreativ arbeiten.

Termine: Oktober/November 2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 2. Klasse
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Laternenfest zum Martinstag (Nov. 2016)
Die Tage werden kürzer, und es wird schon am Nachmittag dunkel. Da macht es besonders viel Spaß, mit einer Laterne durch die Straßen zu ziehen. Die Kinder erfahren, woher dieser Brauch kommt, und können sich eine eigene Laterne bauen.

Termine: 07.11. – 11.11. 2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 2. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 3,00 € pro Kind
Feste im Jahreslauf – Nikolaus (Nov. / Dez. 2016)
Die Kinder lernen die Geschichte, die Legenden und Bräuche zum Nikolaustag kennen. Anschließend können sie aus Natur- und Altmaterialien kleine Überraschungen basteln.

Termine: 28.11. – 05.12.2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 3. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Adventszeit (Dez. 2016)
Wichtelwerkstatt
So viel Heimlichkeit, in der Weihnachtszeit... Nach einer Einstimmung für alle Sinne wird gehämmert, geklebt, geschnitten, gemalt... Fleißige Hände werkeln mit Holz und anderen Naturmaterialien oder mit Papier und Stoff für kleine Überraschungen zum Weihnachtsfest.

Termine: 06.12. – 22.12. 2016 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1./2.Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 3,00 € pro Kind


Weihnachten international
Das Weihnachtsfest ist ein Höhepunkt in unserem Jahreskreis. Die Wintersonnenwende mit der Freude auf das Licht war ursprünglich der Anlass zu feiern. Auch wenn heute Weihnachten ein christlich geprägtes Fest ist, bleibt die feste Bindung zum Lauf der Natur. Neugier und Heimlichkeiten gehören zum Fest. Wir schauen mit den Kindern durch das „Schlüsselloch“ in andere Länder und möchten gerne wissen, wie sie feiern und sich ihr Fest mit der Natur verbindet.

Termine: 07.12. – 11.12. / 14.12. – 18.12. 2015 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 2. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 3,00 € pro Kind

Papier selbst gemacht (Jan. / Feb. 2017)
Nach einer kleinen Einführung in die Papierherstellung haben die Kinder die Möglichkeit, Papier selber zu schöpfen. Durch diese praktische Erfahrung wird der Weg des Recyclingpapiers für jedes Kind verständlich und einprägsam.

Termine: Januar/ Februar 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 3. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Luft zum Leben (Febr./März 2017)
Wir machen die unsichtbare Luft anhand von Experimenten und kleinen Sinnesspielen für uns erlebbar. Dabei entstehen verschiedene kleine Windspielsachen.

Termine: Februar/März 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 2. Klasse
Orte: Umweltzentrum Dresden, „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Feste im Jahreslauf – Ostern (April 2017)
Den Kindern werden Sitten und Bräuche zum Osterfest vorgestellt. Anschließend fertigen wir Osterschmuck aus Natur- und Altmaterialien.

Termine: 03. - 07. 04 und 10. - 13.04 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 3,00 € pro Kind
Alle meine Sinne: Frühling (März/April 2017)
Frühling
Mit all unseren Sinnen wollen wir den Frühling entdecken. Dabei werden die Kinder auf spielerische Weise an die Aufgaben, Möglichkeiten und das Zusammenspiel unserer Sinnesorgane herangeführt. Getestet wird bei der Zubereitung und Verkostung einer kleinen Zwischenmahlzeit. Im Anschluss werden kleine Dinge, die unsere Sinne besonders ansprechen, selbst hergestellt.

Termine: März/April 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 4. Klasse
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Sinken und Schwimmen (Mai 2017)
Nach einer kleinen sinnlichen Einführung in das Thema Wasser liegt das besondere Augenmerk auf den Dingen, die im Wasser schwimmen oder sinken. Durch Experimentieren und eigenes Ausprobieren erkennen die Kinder einfache Zusammenhänge und welche Rolle dabei Material und Form der Gegenstände spielen.

Termine: Mai 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 3. Klasse
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Lebensraum Wiese (Mai / Juni 201/)

Was ist eine Wiese? Gräser, Kräuter und Wildblumen, Insekten, Spinnen und Würmer – wir gehen mit Lupe, Bestimmungsbuch und wachen Sinnen auf Wiesen-Entdeckungstour. Dabei lernen die Schüler einige Pflanzen näher kennen und nach bestimmten Merkmalen zu unterscheiden.
Durch Verse und Geschichten erfahren die Kinder mehr über die Verwendung und Mythen von Wiesenpflanzen.

Termine: Ende Mai / Angang Juni 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 3. – 4. Klasse
Orte: Umweltzentrum Dresden, „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Wasser macht nicht nur nass (Mai 2017)
Mit den Kindern ordnen wir Wasser in die Lebensräume ein, die uns auf unserer Erde umgeben, und lernen dabei die Bedeutung des Wassers kennen. Experimente zum Mischen, Lösen und Trennen sowie verschiedene Sinnesspiele machen die Kinder mit einigen wichtigen Eigenschaften des Wassers vertraut.

Termine: Mai 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 2. Klasse
Orte: Umweltzentrum Dresden, „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Boden - was ist das? - Lehm und Ton (Juni / Juli 2017)
Die Kinder lernen verschiedene Bodenarten und deren charakteristische Merkmale. Dem Boden als Lebensgrundlage und Rohstoff werden Dinge des täglichen Gebrauchs zugeordnet und die Kinder forschen nach, was das eine mit dem anderen zu tun hat.

Ganz praktisch erproben die Kinder die handwerkliche Verarbeitung von Lehm und Ton. Gemeinsam mit den Kindern schauen wir uns vor Ort nach diesen Materialien um und werfen einen Blick auf ihre Verwendung, bei uns und in anderen Ländern. Die Kinder werden mit den Grundlagen der Verarbeitung der Naturmaterialien vertraut gemacht und können dann selbst matschen, bauen und gestalten.

Bitte Handtuch und Arbeitskleidung/Wechelkleidung mitbringen!


Termine: Juni / Juli 2017 9.00 – 12.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 4. Klasse
Ort: „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Bibliotheksrallye (ganzjährig, nach Absprache)
In kleinen Gruppen erkunden Schüler die Rallye-Stationen in der Bibliothek und vervollständigen so ein Lösungswort, nach dem gesucht wird. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit der UHU-Kunde bestätigt.
In einem zweiten Teil erfahren die Schüler jede Menge Wissenswertes rund um die Buchherstellung. Dabei entsteht ein selbst gestaltetes Heft mit einem Einband aus buntem Altpapier.

Termine: ganzjährig, nach Absprache 9.00 – 11.30 Uhr
Klassenstufe: 3. – 4. Klasse
Ort: Umweltzentrum Dresden, Umweltbibliothek
Kosten: 2,00 € pro Kind
Abfall oder Wertstoff? (ganzjährig, nach Absprache)
Täglich fallen große Mengen Abfall an. Was machen wir damit zu Hause, in der Schule in der Stadt? Abfallvermeidung und -trennung ist ein Thema, das schon die Schulkinder trifft. In einem Parcours setzen sie sich mit dieser Problematik auseinander und bekommen Anregungen für das eigene Handeln.

Termine: ganzjährig, nach Absprache 9.00 – 11.00 Uhr
Klassenstufe: 2. – 4. Klasse
Orte: Umweltzentrum Dresden, „Alte Ziegelei“
Kosten: 2,00 € pro Kind
Natur und Historie im städtischen Raum – der Friedhof  (Okt. 2016, Mai / Juni / Juli 2017)
Friedhöfe sind zuerst Orte der Trauer, aber auch grüne Oasen mitten in der Stadt mit einer reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt. Auf dem 1983 stillgelegten Äußeren Matthäusfriedhof gehen die Kinder auf Erkundungstour. Sie erleben, wie die künstlerisch bemerkenswerten stummen Zeugen Geschichten erzählen können und entdecken, dass der Ort ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen ist.

Termine: Oktober 2016, Mai / Juni / Juli 2017 9.00 – 11.00 Uhr
Klassenstufe: 2 . – 4. Klasse
Ort: Äußerer Matthäusfriedhof, Bremer Straße 18, 01067 Dresden
Kosten: 2,00 € pro Kind
Von Ameise bis Wildbiene (März, April, Mai, Juni, Sept.)
Die Kinder erwartet ein lebendiger Lehrpfad, wo sie viele Insekten und Kleintiere beobachten und Pflanzen entdecken können. Ein Ameisenbau und ein Insektenhotel werden „besucht“. Wir wollen dabei die besonderen Ansprüche der „Bewohner“ herausfinden und die Insekten bei ihren Tätigkeiten beobachten. Ein Kompost mit „Fenster“ ermöglicht einen Blick in die finstere Arbeitsstube von Regenwurm & Co. Und wohin ist die Eidechse verschwunden?

Termine: März, April, Mai, Juni, September 9.00 – 11.00 Uhr
Klassenstufe: 1. – 4. Klasse, Förderklassen
Ort: Wildvogelauffangstation auf dem Gelände der Stadtentwässerung in Dresden-Kaditz
Kosten: 2,00 € pro Kind

 

Luft und die Lust am spielerischen Lernen

Vormittagsangebote für Grundschulen durch „Umweltlehrer_innen“ (1.3.2016)

Die Luft war kalt. Man sah es am frischen, weißen Kleid der Stadt. Einige Leute kamen deswegen später, doch die reichlich 20 Schüler einer 2. Klasse der 85. Grundschule aus dem Norden der Stadt standen pünktlich auf der Matte im Umweltzentrum, um eine Menge über Luft zu erfahren. Die ist nämlich keineswegs nichts. Sie lässt uns atmen, leben, ist unabdingbar für uns, aber was bewirkt das unsichtbare Element eigentlich noch so und wie können wir das sehen?

Dazu hatten unsere „Umweltbildnerinnen“ in vier Stationen anschauliche Experimente vorbereitet, die die Kinder zum Mitmachen einluden und staunen ließen.

Zuerst hieß es: Luft hat Kraft. Wobei kräftig Luftballons aufgepustet wurden, die Bücher von der Tischkante anhoben. Wie nebenbei lasen Schüler die Aufgaben selbst einander vor und fanden bestimmte Bücher aus der Bibliotheksordnung, um die Experimente bestätigt zu finden, wie etwa, dass Luftballons in Plasteflaschen nur „wachsen“, wenn dabei Luft aus den Flaschen strömt.

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Wind und Winter: Ein Windrad im Kindergarten Frieda und Fridolin in der Friedrichstadt am 1. März vormittags. Luft ist unsichtbar? Kinderaugen sehen und Kinderhände malen Wind mitunter bunt und dass er hohe Bäume wiegt und Wolken schiebt. (Foto C. Nikol)

Im Nebenraum wurde es „brenzlig“: Luft und Feuer. Einige Schüler wussten zwar, dass Feuer Sauerstoff verbraucht, aber wie lange würde es wohl dauern, bis die Flämmchen der behutsam per Streichholz angezündeten Teelichter unter unterschiedlich großen Glasgefäßen ersticken?  Zur Zeitmessung wurde gleichmäßig und gemeinsam gezählt. Voila, das Ergebnis war absehbar, aber nicht minder spannend. Eine Steigerung wissenschaftlicher Logik bot eine mit Wasser gefüllte Schale mit Kerze, die ebenso abgedeckt wurde. Klar, sie erlischt nach einer Weile. Aber schaut, was passiert dann! Das gefärbte Wasser steigt im Glas an. Wieso? Eben weil das Feuer den Sauerstoff verzehrt und das Wasser das so entstandene Vakuum auffüllt.

Weiter oben im Haus drängten sich die jungen Forscher um ein überschaubares Wasserbecken, um erst kleine Schätze darin zu versenken und anschließend eine Lösung zu finden, wie ein „Herr“ Gummibär oder eine Gummibärin – ohne nass zu werden –  zu den Schätzen auf den Grund gehen kann. Bevor sie am Ende genascht werden konnten. Trinkglas und Teelichtaluminiumschälchen als eine Art Boot halfen. Kopfüber und senkrecht das Glas ins Wasser getaucht, drang keine Luft hinein und blieb die unterseegehende Gummibärenbande trocken. Zusatzaufgabe: Wie kann Luft ins seitlich untergetauchte und so wassergefüllte Wasserglas? Helfen Strohhalme? Verraten wir nicht alles. Nur so viel, dass die Kinder es testend und mit Begeisterung herausfanden.

Zum Ausklang in gesammelter Runde wurden die Luftbestandteile wiederholt und Luftdruck per Luftballon und Geschichte (drei Busladungen Schüler in einem Bus) demonstriert. Am fröhlichsten aber per Selbstmachaktion an ausgestreckten Leinen und darüber aufgefädelten Strohhalmen, woran befestigte, luftlassende Luftballons wie Raketen durch den Kinder- und Jugendraum schossen. Der Wunsch gesund nach Hause zu kommen wurde zum Abschied zu einem sprichwörtlichen Abflug mit selbstgeschnittenen und selbstgefalteten Papierpropellern, die die Kinder gleich Lindenbäumen ihre Blütenblätter heiter zu Boden fallen ließen. Was wäre Dresden ohne die „Stadtlinde“, ab und an Schnee im Winter und ohne Kinder? Die Frage wollen wir nicht beantworten.

 

Amsel, Meise, Fink und Ferienkinder

Ferienkinder im Winterprogramm der Stadtlinde

Die Straße, die direkt auf die Alte Ziegelei und die Umweltzentrums-Außenstelle Prohlis zuführt, heißt Meisenstraße. Im hellen Veranstaltungsraum zwitscherte es am 16. Februar, einem Dienstag. Aufgezeichnete Vogellieder. Wer erkennt die Stimmen? Leute von heute kennen ihren Klingelton.

Der Hort der benachbarten 122. Grundschule Am Palitzschhof nahm ein Ferienangebot der „Stadtlinde“ wahr und kam schnatternd mit einem Schwarm vorwiegend Erstklässler am Vormittag in die Einrichtung am Flächennaturdenkmal Ziegeleigrube Dresden-Prohlis. Thema: Gartenvögel im Winter. Birgit Paetzold, für Umweltbildung verantwortlich, eröffnete die gespannte Runde mit Bildern von Amsel, Blau- und Kohlmeise, Rotkehlchen sowie … Ja, wer ist das? Der Buchfink. Und was essen die Piepmätze so? Die Schüler kannten auch hier die meisten Nüsse und Getreidesamen in ihren Händen. Danach wurde es noch greifbarer: Vogelfutter zusammenstellen, bevor selbst was genascht werden konnte, und Jacke wieder anziehen, um die Körner in die Vogelhäuser auf dem Gelände zu verteilen, denn die schmackhaftesten Sachen waren verspeist und auch die grünen Meisenknödelnetze wehten leer an der winterlich graubraunen Hecke. Wer aufmerksam hinschaute, sah auch eine neugierige Amsel. Und hätten sie alle mal ihre Schnäbelchen gehalten, …

Und wo sind die Nistkästen? Nein, nicht der hohle Betonklotz am Boden. Wie ungemütlich und da käme doch Katz und Fuchs dran! Ja, da oben im Baum. Und dort hinten an der Garage. Eine ganze Reihe. Erstaunlich, wie klein die Schlupflöcher für die beflügelten Arten. 28mm Durchmesser bzw. 32. Nur für den Kautz braucht es eine kopfgrößere Öffnung. … Der Kasten dort sieht aber alt aus. Zeit für neue.

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Was sind denn das für Vögel? Links das ist ein Fitis und rechts ist ein Buchfink! (Fotos: S. Kundisch)

Bevor es wieder ins Warme ging, wurde es noch einmal richtig dunkel. Da wo nebenan Fledermäuse ruhen. Aber nix mit mucksmäuschenstill. Die meisten Kinder quieckten im ehemaligen Brennofen mit dem dicken Gemäuer vor Nervenkitzel, als das Licht kurz ausgeknipst wurde.

Geteilt in zwei 8-köpfige, quirlige Gruppen wurde es nun so richtig praktisch: Die eine begann damit, Nistkästen zu bauen – wobei die Teile zuvor vorgefertigt von der Wildvogelstation herein geflattert waren. Es ging also ans Schrauben. Für 6-, 7-Jährige kein Kinderspiel. Da war Vorsicht geboten und Genauigkeit, Kraft und ein wenig Ausdauer. Und überhaupt das Verständnis, dass man Schrauben mit ihrem Gewinde nicht gleich einem Specht seinen Schnabel ins Holz hämmert, sondern dreht. Eher wie die Raupen der Holzbohrer (Schmetterlinge). Oder zumindest maßvoll und gezielt drückt mithilfe eines Akkuschraubers. Einhämmern kann man dann die Dachpappe. Wie nützlich doch der Werkunterricht! Und wie eingebrannt schon die schulische Erziehung des Vergleichens: Gut gemacht. – Besser als die Mädchen? – Nein, aber auch nicht schlechter.

Zum Wechsel gab es freiere Feinmotorik. Die Kinder durften eine Art Mobilèe für ihr Fenster daheim bauen. Ein selbst gestalteter farbiger Papiervogel in einem Ring, den Körner und sogar weiße Wattebällchen schmücken. So gingen sie mit Köpfchen voller erlebter Eindrücke und auch nicht mit leeren Händen. Auch eins der Vogelhäuser für die Schule wanderte mit ihnen fort.

Als die Kinder weg und es leise geworden war, kamen auch die ersten Meisen ans Vogelhaus hinter der Glasfront und verbreiteten twitternd die Kunde, dass die Menschen ihnen wieder Futter zum Verzehr bereitet haben.

Ansprechpartnerin

Bettina Bauer
Birgit Pätzold

Telefon: 0351/4 94 35 03
Email: stadtlinde(at)uzdresden.de

Treffpunkt

Außenstelle Umweltzentrum Dresden e.V.

Alte Ziegelei
Am Anger 18
01237 Dresden

Angebote nach Veranstaltungskalender, regelmäßig aber „immer dienstags“ von 14:00  17:00 Uhr

Sustainable Development Goals
Bildung

Ziele nachhaltiger Entwicklung

Die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN). Sie dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene und gelten seit dem 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) für alle Staaten der Welt.

Ziel  4.  Bildung - Quality Education

Inklusive,  gleichberechtigte  und  hochwertige  Bildung  gewährleisten 
und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern