Das Umweltzentrum Dresden

Für eine Stadt als Lebensraum für Mensch und Kultur

Die Gründung des Umweltzentrums Dresden e. V. im November 1990 fällt mitten in die politische Stunde Null des wiedervereinigten Deutschlands. Ein Jahr nach dem Mauerfall hat sich die Bürgermeinung auch im Osten Deutschlands Gehör verschafft, mündet das häufig langjährige und vormals als staatsfeindlich eingestufte Engagement von Kirchen, Bürgerrechtlern und sogenannten ökologischen Arbeitskreisen plötzlich in konkrete Projekte.

Dresden braucht ein Umweltzentrum

Für viele engagierte Dresdner heißt das: Diese Stadt, gelegen an einem der längsten, auf weiten Strecken unverbauten europäischen Flüsse und in einem Talkessel, der nur allzu oft für ungesunde Luft sorgt, braucht ein Umweltzentrum.

Mit dem 1706 erbauten alten Wohnhaus auf der Schützengasse war schnell ein charmantes Gebäude gefunden, in dem sich die VereinsgründerInnen ihre zukünftige Wirkungsstätte vorstellen konnten. Das Haus war marode bis in den letzten Winkel, die Genehmigung zum Abriss noch 1989 erteilt, ein Schicksal, das viele Häuser aus der Barock- und Gründerzeit teilten. Der Wille aber, einen Ort für alle die Vereine und Initiativen zu schaffen, die künftig Verantwortung für eine ökologisch nachhaltige Entwicklung Dresdens übernehmen wollten, war so stark, dass allen Schwierigkeiten einer Altbausanierung zum Trotz schon 1994 erste Gebäudeteile der Schützengasse 16-18 bezogen werden konnten.

Im Zentrum: Vereine, Initiativen und Firmen, die für Umwelt- und Naturschutz streiten

Der Traum vom Umweltzentrum in Dresden war wahr geworden. Das Haus diente fortan als Arbeits- und Kommunikationsstätte für all jene, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Umwelt- und Naturschutz beschäftigten. In den Folgejahren standen neben dem großen gemeinsamen Thema „Umwelt“ vor allem kulturelle und soziale Aspekte im Vordergrund. Der teils kontroverse Austausch verschiedener Menschen und Gruppen aus Wirtschaft, Politik und Forschung gab Impulse und regte ein fruchtbares Miteinander an, um für die Umweltprobleme der Nachwendezeit Lösungsstrategien zu entwickeln, Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen und sie zu realisieren.

Umweltzentrum 2.0 – der Verein als Projektträger von Forschungsvorhaben

Dieser Geist ist auch jetzt noch zu spüren, obwohl sich die Vereine, Initiativen und Firmen, die das Haus bevölkern, über die Jahre neu sortiert haben. Viele gingen, Neue kamen, 40 sind es heute (Stand 2016). Und auch der Verein Umweltzentrum Dresden selbst hat sich in den letzten Jahren von seiner Pflichtaufgabe – der physischen Erhaltung des Hauses und der Gründungsidee – schrittweise an die Kür gewagt. Neue Außenstellen in Prohlis (die "Alte Ziegelei", Am Anger 18) und Friedrichstadt (der Ehemalige Äußere Matthäusfriedhof, Bremer Str. 18) sind entstanden und per Pacht zeitweise in unsere Obhut übergegangen. Der Schritt vom grenzübergreifenden EU-Kleinprojekt in Tschechien und Deutschland hin zu einem ersten deutsch-tschechischen Großprojekt im Umweltbildungsbereich - Aquamundi -  ist auch geschafft und mittlerweile erfolgreich abgeschlossen.

Die ursprünglichen Themen und Aufgaben, die sich der Verein gestellt hat, sind über die Jahre geblieben. Das Umweltzentrum Dresden:

  • kümmert sich um unsere Stadt als Lebensraum für Mensch und Natur
  • vermittelt mit seinen Angeboten Wissen und Handlungskompetenz zur Gestaltung eines zukunftsfähigen Gemeinwesens
  • arbeitet mit kleineren und mittleren Unternehmen zusammen, die sich um ein nachhaltiges Wirtschaften bemühen
  • initiiert und pflegt internationale Beziehungen, insbesondere zu den osteuropäischen Nachbarländern
  • stärkt die Zivilgesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement
  • erhält und bewirtschaftet das Umweltzentrum Dresden als stadtbildprägendes Baudenkmal